INSM-Kuratoriumsvorsitzender Tietmeyer über soziale Gerechtigkeit
Grundsatzdebatte in der Bild am Sonntag (BamS)

Die Bild am Sonntag stellte am Sonntag, 7. Oktober die Grundsatzfrage zur Debatte, wann ein  Land sozial gerecht ist. Professor Dr. Hans Tietmeyer, Ex- Bundesbankpräsident und Kuratoriumsvorsitzender  der Initiative Neue Soziale  Marktwirtschaft (INSM), nahm dazu wie folgt Stellung:

„In einem Land geht es gerecht zu,  wenn alle teilhaben können an den  Chancen, die es bietet. Die soziale  Marktwirtschaft Ludwig Erhards hat  uns zu einem der wohlhabendsten Länder  der Welt gemacht. Insbesondere  Fehlentwicklungen in der Arbeitsmarkt- und  Sozialpolitik führten dann dazu,  dass die Arbeitslosigkeit stark stieg.  Wenn wir in diesen Tagen erstmals 40  Millionen Erwerbstätige registrieren  können, dann verdanken wir das nicht  zuletzt den Reformen in Politik und Unternehmen.  Wer das wieder zurückdrehen  will, schafft erneut mehr Arbeitslosigkeit  und nimmt den Menschen Teilhabechancen.  In der Globalisierung dürfen  wir nicht lockerlassen: Gut - und gerecht  - bleibt nur, wer ständig besser  wird."   

„Eine Wahrheit geht in der von SPD-Chef Kurt Beck verursachten hitzigen Debatte derzeit komplett unter. In Deutschland geht es sozial gerecht zu!“ schrieb BamS-Chefredakteur Claus Strunz in einem Leitartikel zum Thema. Am Ende kommt er zu folgendem Fazit: „Gerecht ist nicht der, der mit viel Steuergeld die Armut gleich verteilt. Gerecht ist, wer Jobs und damit Wohlstand schafft.“.

An der BamS-Debatte nahmen darüber hinaus teil:

  • die hannoversche Landesbischöfin Margot Kässmann: Sie forderte eine „gerechte Teilhabe an Arbeit. Wohlstand, Bildung, Gesundheit, Rechtsprechung und sozialer Absicherung.
  • Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt: Er wandte sich gegen SPD-Pläne, Reformen der Agenda 2010 `zurückzudrehen´.
  • DGB-Chef Michael Sommer, er stellte auf die „Verteilungsgerechtigkeit“ ab.
  • EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla: Der Tscheche meint, dass Deutschland allen „gleichen Zugang zu Bildung, zum Arbeitsmarkt und zum Gesundheitswesen“ biete. „In diesem Sinne“ sei Deutschland sozial gerecht.