Hans Tietmeyer und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Ökönomie von heute muss sich den ökologischen Erfordernissen von morgen stellen
Dr. Hans Tietmeyer, der Anfang 1990 Mitglied des Direktoriums der Deutschen Bundesbank in Frankfurt/Main geworden war, wurde in der Gründungsversammlung zum Vorsitzenden des Leitungsgremiums der Stiftung, des Kuratoriums, gewählt. Diese Aufgabe hat er bis 2003, als nach dem Gesetz eine erneute Wiederwahl nicht mehr möglich war, wahrgenommen und so die Arbeit der Bundesstiftung entscheidend geprägt. Die Bundesstiftung Umwelt ist heute eine national und international hoch geschätzte Institution, die insbesondere zum vorsorgenden Umweltschutz in der Wirtschaft in Deutschland und den Nachbarstaaten beiträgt.
Aufgabe der von Dr. Tietmeyer mit initiierten und in den ersten zwölf Jahren weitgehend mitgestalteten Bundesstiftung Umwelt ist vor allem die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation im Bereich umweltfreundlicher Verfahren und Produkte insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen. Mit dieser vorrangigen Zielsetzung sollen insbesondere neuartige Herstellungs- und Verbrauchsverfahren angeregt werden, die den ökologischen Erfordernissen besser gerecht werden und die Unternehmen dauerhaft wettbewerbsfähiger machen. Zugleich soll die Neugründung zukunftsorientierter Unternehmen erleichtert werden.
Darüber hinaus fördert die Bundesstiftung auch den Austausch von Wissen über die Umwelt zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit sowie die Vermittlung von Wissen über die Umwelt. Jährlich vergibt sie - zumeist in Anwesenheit des Bundespräsidenten - auch einen hoch dotierten Deutschen Umweltpreis an Wissenschaftler, Unternehmer und Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um Erkenntnisse und Verhaltensweisen zum Thema Umweltvorsorge verdient gemacht haben.
Dr. Tietmeyer hat seine Position zur Versöhnung von Ökonomie und Ökologie einmal so formuliert:
„Die Ökonomie darf sich — auch im eigenen langfristigen Interesse — begründeten ökologischen Einsichten und Erfordernissen nicht widersetzen. Die ökologischen Erfordernisse können aber längerfristig effizient erfahrungsgemäß nur mit Hilfe der ökonomischen Gesetzmäßigkeiten und nicht gegen sie durchgesetzt werden. Richtig verstanden sind Ökonomie und Ökologie deshalb keine Gegensätze sondem ergänzen einander. Die Ökonomie von heute muss sich auch den ökologischen Erfordernissen für morgen stellen."
